Bunter Herbstwald mit roten, gelben und orangefarbenen Blättern
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Was ist ein Indian Summer? Darum leuchten die Blätter im Herbst

Plötzlich ist der Wald rot, orange und gold, während die Sonne noch einmal wärmt. Dieses Herbstbild wird oft Indian Summer genannt. Wetter und Blattfärbung sind jedoch zwei verschiedene Dinge.

Ein Indian Summer ist ursprünglich eine ungewöhnlich warme, trockene und ruhige Wetterphase im nordamerikanischen Herbst. In Deutschland wird der Begriff häufig weiter gefasst. Gemeint sind sonnige Herbsttage mit besonders intensiver Laubfärbung. Das bunte Laub heißt im Englischen allerdings „fall foliage“ und ist nicht automatisch ein Indian Summer.

Warum Blätter im Herbst ihre Farbe wechseln

Mit kürzeren Tagen und sinkenden Temperaturen bereiten sich Laubbäume auf den Winter vor. Sie bauen das grüne Chlorophyll in den Blättern ab und ziehen wertvolle Nährstoffe zurück. Dadurch werden Farbstoffe sichtbar, die vorher vom Grün überdeckt waren. Carotinoide sorgen für Gelb und Orange.

Rote Farbtöne entstehen bei vielen Arten durch Anthocyane. Welche Farbe ein Baum zeigt, hängt von Art, Standort und Wetter ab. Ahorn kann kräftig rot leuchten, Birken werden eher gelb. Immergrüne Nadelbäume bleiben dazwischen dunkelgrün.

Dieses Wetter macht den Herbst besonders bunt

Sonnige Tage und kühle Nächte können die Rotfärbung fördern. Bleibt es sehr warm, setzt der Farbwechsel später ein. Früher starker Frost kann die Saison dagegen schnell beenden. Auch Trockenheit spielt eine Rolle. Unter großem Stress werfen Bäume Blätter manchmal früh ab, bevor sich ein prächtiges Farbenspiel entwickelt.

Ein einzelner warmer Nachmittag ist noch kein Indian Summer. Gemeint ist eine zusammenhängende ruhige Wetterperiode im Herbst. Eine völlig feste meteorologische Definition gibt es im deutschen Alltag nicht. Der Begriff beschreibt deshalb oft eher das Gesamtgefühl als einen exakt messbaren Zeitraum.

Wann du die schönsten Herbstfarben siehst

In höheren und kühleren Lagen beginnt die Färbung meist früher. Danach wandert sie in tiefere Regionen. In Deutschland liegen gute Chancen häufig zwischen Ende September und Ende Oktober. Der genaue Höhepunkt verschiebt sich jedes Jahr. Mischwälder wirken besonders farbig, weil verschiedene Baumarten nicht gleichzeitig wechseln.

Für einen Spaziergang lohnt sich ein trockener Tag am Vormittag oder späten Nachmittag. Seitliches Licht lässt die Farben kräftiger erscheinen. Bleib auf den Wegen und sammle nur kleine Mengen Laub, wo es erlaubt ist. Der größte Teil gehört in den Wald, weil er Bodenlebewesen schützt und Nährstoffe zurückführt.

Unterm Strich: Der Indian Summer ist eine milde Herbstphase. Die leuchtenden Blätter entstehen durch den Abbau des Blattgrüns. Treffen ruhiges Wetter, kühle Nächte und gesunde Bäume zusammen, sieht der Herbst für einige Tage tatsächlich aus, als hätte jemand die Sättigung hochgedreht.

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