Drei Kronen und Stern zum Dreikönigstag

Was ist Heilige Drei Könige? Bedeutung, Bräuche und Feiertag

Am 6. Januar ziehen Kinder mit Kronen durch die Straßen, über manchen Haustüren erscheint eine geheimnisvolle Buchstabenfolge und in drei Bundesländern bleiben die Geschäfte geschlossen. Hinter dem Dreikönigstag steckt allerdings mehr als Caspar, Melchior und Balthasar an der Weihnachtskrippe.

Die kurze Antwort: Am 6. Januar feiern Christen das Hochfest der Erscheinung des Herrn, auch Epiphanie genannt. Der Tag erinnert unter anderem an die Sterndeuter aus dem Osten, die dem Stern nach Betlehem folgten und Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten.

Wann ist Heilige Drei Könige?

Heilige Drei Könige wird jedes Jahr am 6. Januar gefeiert. Das Datum verändert sich nicht. Im Jahr 2027 fällt der Dreikönigstag auf einen Mittwoch.

In der katholischen Kirche heißt der Tag offiziell „Erscheinung des Herrn“. Er gehört noch zur Weihnachtszeit. Liturgisch endet diese erst mit dem Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar. Dass viele Familien schon am Dreikönigstag den Weihnachtsbaum abschmücken, ist dennoch ein weit verbreiteter Brauch.

Was feiern Christen am 6. Januar?

Im Mittelpunkt steht die Vorstellung, dass Gott in Jesus für alle Menschen sichtbar wird. Das Matthäusevangelium erzählt von Sterndeutern aus dem Osten. Sie folgen einem Stern, finden das Jesuskind und bringen drei Gaben mit: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Gold galt als königliche Gabe. Weihrauch war mit Verehrung und Gottesdienst verbunden. Myrrhe wurde als kostbares Duft und Heilmittel verwendet und später auch mit Leiden und Tod in Verbindung gebracht.

Waren es wirklich drei Könige?

Die bekannte Darstellung entstand erst nach und nach. In der Bibel steht weder, dass es drei Besucher waren, noch dass sie Könige hießen. Genannt werden Sterndeuter oder Weise aus dem Osten. Die Zahl drei wurde vermutlich aus den drei Geschenken abgeleitet.

Auch die Namen Caspar, Melchior und Balthasar stammen aus späteren Überlieferungen. Die drei Figuren gehören heute fest zum Brauchtum, sind aber keine wörtliche Personenliste aus dem Matthäusevangelium.

Was bedeutet C+M+B an der Haustür?

Rund um den 6. Januar besuchen Sternsinger Häuser und Wohnungen. Sie sammeln Spenden, singen und bringen den Segen an der Tür an. Die Buchstaben C+M+B werden heute als Abkürzung des lateinischen Satzes „Christus mansionem benedicat“ verstanden. Übersetzt bedeutet er: „Christus segne dieses Haus.“

Die Buchstaben erinnern natürlich zugleich an Caspar, Melchior und Balthasar. Zusammen mit der Jahreszahl und kleinen Kreuzen entsteht beispielsweise für 2027 die Schreibweise 20*C+M+B+27. Die Kreuze werden als Segenszeichen gelesen und sind keine Pluszeichen aus einer sehr frommen Rechenaufgabe.

Was machen die Sternsinger?

Die Sternsinger sind meist Kinder und Jugendliche, die als Könige gekleidet von Tür zu Tür ziehen. Sie bringen den Segen und sammeln Geld für Hilfsprojekte zugunsten von Kindern. Der Stern erinnert an den Stern von Betlehem, dem die Sterndeuter in der biblischen Erzählung folgen.

Der Besuch findet je nach Gemeinde nicht zwingend genau am 6. Januar statt. Manche Gruppen sind bereits Ende Dezember oder an einem passenden Wochenende unterwegs.

Wo ist Heilige Drei Könige ein gesetzlicher Feiertag?

Der 6. Januar ist in Deutschland nur in drei Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag:

  • Baden Württemberg
  • Bayern
  • Sachsen Anhalt

Dort bleiben viele Geschäfte geschlossen und Beschäftigte haben grundsätzlich arbeitsfrei, sofern keine der üblichen Ausnahmen für Feiertagsarbeit greift. In allen anderen Bundesländern ist der Dreikönigstag ein normaler Werktag. Schulen können regional trotzdem Ferien haben, weil der Termin häufig in die Weihnachtsferien fällt.

Warum wird am 6. Januar der Weihnachtsbaum abgeschmückt?

Für viele Menschen markiert der Dreikönigstag das gefühlte Ende der Weihnachtszeit. Deshalb verschwinden Baum, Krippe und Dekoration am 6. Januar oder kurz danach wieder in Kisten und Keller.

Eine religiöse Pflicht zum Abschmücken gibt es nicht. Früher blieb die Weihnachtsdekoration mancherorts bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen. Heute entscheidet neben dem persönlichen Brauch oft etwas sehr Praktisches: der Abholtermin der örtlichen Weihnachtsbaumsammlung.

Bräuche am Dreikönigstag

Neben dem Sternsingen gibt es regional weitere Traditionen. Dazu gehören Gottesdienste, die Segnung von Kreide, Wasser oder Weihrauch sowie der Dreikönigskuchen. In einem solchen Kuchen wird je nach Brauch eine Bohne, Mandel oder kleine Figur versteckt. Wer sie findet, ist für einen Tag König oder Königin.

Die Formen unterscheiden sich deutlich. Was in einer Region selbstverständlich ist, kann zwei Bundesländer weiter völlig unbekannt sein. Genau das macht den 6. Januar zu einer Mischung aus kirchlichem Fest, Familienbrauch und regionaler Tradition.

Ein Fest mit mehr Geschichte als drei Kronen

Heilige Drei Könige erinnert an die Sterndeuter, die dem Stern nach Betlehem folgen. Die vertrauten Namen, Kronen und die feste Dreizahl sind später Teil der Überlieferung geworden. Geblieben ist ein Tag, an dem religiöse Bedeutung und sehr sichtbare Bräuche zusammenkommen: Sternsinger ziehen durch die Straßen, Häuser erhalten einen Segen und vielerorts wird Weihnachten langsam wieder eingepackt.

Häufige Fragen zu Heilige Drei Könige

Ist der 6. Januar überall schulfrei?

Nein. Gesetzlicher Feiertag ist der Tag nur in Baden Württemberg, Bayern und Sachsen Anhalt. Ob andernorts noch Weihnachtsferien sind, hängt vom Ferienplan des jeweiligen Bundeslandes ab.

Wie heißen die Heiligen Drei Könige?

Nach der christlichen Überlieferung heißen sie Caspar, Melchior und Balthasar. Die Namen werden in der biblischen Erzählung selbst nicht genannt.

Was schenkten die drei Weisen Jesus?

Sie brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe mit.

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