Stinkwanzen im Herbst und Winter: So wirst du sie wieder los
Kaum wird es draußen kühler, sitzt plötzlich eine Stinkwanze am Fenster, krabbelt über den Vorhang oder brummt mit erstaunlicher Lautstärke durch das Schlafzimmer. Das ist lästig, aber meistens kein Grund für Panik. Wir zeigen dir, warum die Tiere im Herbst in die Wohnung kommen, wie du sie ohne Gestank wieder hinausbeförderst und wie du verhinderst, dass gleich die nächste einzieht.
Warum kommen Stinkwanzen im Herbst ins Haus?
Stinkwanzen suchen keinen Streit mit dir und wollen auch nicht deine Wohnung übernehmen. Wenn die Temperaturen sinken, benötigen viele Arten einen geschützten Platz zum Überwintern. Warme Hauswände, Rollladenkästen, Dachritzen sowie Spalten an Fenstern und Türen wirken dann wie eine Einladung.
Besonders häufig fällt die marmorierte Baumwanze auf. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien und hat sich inzwischen auch in Deutschland ausgebreitet. Das Umweltbundesamt informiert ausführlich über verschiedene Wanzenarten und erklärt, wie diese leben und überwintern.
In beheizten Räumen werden die Tiere manchmal wieder aktiv, obwohl sie eigentlich Winterruhe halten wollten. Dann krabbeln sie an hellen Flächen entlang oder sammeln sich am Fenster. Lebensmittelvorräte, Kleidung und Möbel interessieren sie normalerweise nicht.
Sind Stinkwanzen gefährlich?
Für Menschen und Haustiere sind die typischen Baumwanzen in der Wohnung in der Regel harmlos. Sie stechen dich nicht gezielt, übertragen nach heutigem Kenntnisstand keine Krankheiten und bauen im Küchenschrank kein Nest. Im Garten können einige Arten allerdings an Früchten und Pflanzen saugen und dadurch Schäden verursachen.
Ihr Name verrät das eigentliche Problem: Fühlt sich eine Stinkwanze bedroht oder wird sie verletzt, kann sie ein intensiv riechendes Sekret absondern. Genau deshalb solltest du sie weder zerdrücken noch mit dem Staubsauger einsaugen.
So entfernst du eine Stinkwanze ohne Gestank
Am einfachsten funktioniert die Glas-und-Papier-Methode. Setze ein Glas vorsichtig über das Tier, schiebe ein festes Blatt Papier oder dünne Pappe darunter und trage die Wanze nach draußen. Fasse sie möglichst nicht mit bloßen Fingern und drücke nicht auf ihren Körper.
Bei kaltem Wetter kannst du die Wanze an einem geschützten Ort im Freien absetzen, beispielsweise unter einer Hecke, bei trockenem Laub oder in einem offenen Schuppen. Direkt auf eine freie, vereiste Fläche gehört sie nicht. Auch ein spezieller Insektenfänger mit langem Griff kann helfen, wenn du den kleinen Brummer nicht aus nächster Nähe kennenlernen möchtest.
Hat das Tier sein Sekret bereits abgegeben, lüfte gründlich und wische die betroffene Fläche mit Wasser und etwas Spülmittel ab. Parfüms und Raumsprays überdecken den Geruch häufig nur und machen aus Stinkwanze schnell Stinkwanze mit Frühlingswiese.
Warum der Staubsauger keine gute Idee ist
Der Staubsauger wirkt verlockend, kann das Problem aber geruchlich verschärfen. Im Rohr oder Beutel wird die Wanze verletzt oder gestresst und gibt möglicherweise ihr Sekret ab. Anschließend verteilt der Luftstrom den Duft beim nächsten Saugen noch einmal großzügig in der Wohnung.
Auch Insektenspray ist bei einzelnen Tieren unnötig. Du bringst damit Wirkstoffe in deine Wohnräume, obwohl sich die Wanze mechanisch leicht entfernen lässt. Leben Kinder, Katzen oder andere Tiere im Haushalt, spricht noch mehr dafür, auf Sprays zu verzichten.
Diese Maßnahmen halten Stinkwanzen draußen
- Bringe feinmaschige Fliegengitter an häufig geöffneten Fenstern und Balkon- oder Terrassentüren an.
- Dichte sichtbare Spalten an Fensterrahmen, Türen, Fassaden und Leitungsdurchführungen ab.
- Kontrolliere Rollladenkästen und beschädigte Dichtungen, ohne notwendige Lüftungsöffnungen komplett zu verschließen.
- Lüfte in der Dämmerung möglichst nicht lange bei eingeschaltetem Licht und weit geöffnetem Fenster.
- Entferne größere Ansammlungen an der Fassade vorsichtig, bevor die Tiere passende Ritzen finden.
Fliegengitter helfen übrigens nicht nur gegen Wanzen. In unserer Rubrik Balkon & Garten findest du weitere alltagstaugliche Tipps rund um Wohnung, Balkon und Grünzeug.
Was tun, wenn immer wieder Stinkwanzen auftauchen?
Eine einzelne Wanze kann beim Lüften hereingeflogen sein. Tauchen über Tage hinweg immer neue Tiere auf, sitzen sie möglicherweise bereits in einem Rollladenkasten, hinter einer Verkleidung oder in einer anderen geschützten Spalte. Beobachte, an welcher Stelle sie erscheinen, und verschließe den Zugang erst, wenn die Tiere draußen sind.
Bei einer größeren Ansammlung in schwer erreichbaren Gebäudeteilen kannst du einen Schädlingsbekämpfungsbetrieb um Einschätzung bitten. Lass dir vorher erklären, welche Maßnahmen geplant sind und ob überhaupt ein chemisches Mittel nötig ist. Für ein paar harmlose Überwinterungsgäste braucht es normalerweise keinen Großeinsatz.
Unser Fazit: Ruhig bleiben und die Wanze raussetzen
Stinkwanzen in der Wohnung sind unangenehm, aber meist ungefährlich. Mit Glas und Papier bekommst du sie hinaus, ohne den berühmten Geruch zu provozieren. Fliegengitter und abgedichtete Spalten sorgen anschließend dafür, dass dein Zuhause nicht versehentlich zum Wanzen-Winterhotel wird.