Brabantia newIcon Treteimer im Test: Darf bleiben. Vorerst.
Meine Menschen haben einen neuen Mülleimer bekommen. Normalerweise wäre mir das egal, schließlich bin ich nicht für die Abfallentsorgung zuständig. Dann stellte sich allerdings heraus, dass dieses Ding einen Karton, einen Deckel, eine interessante Mechanik und potenziell Katzenfutter im Inneren besitzt. Damit war klar, dass hier ein professioneller Knauf-Kauf-Test notwendig ist.
Der Brabantia newIcon Treteimer mit 20 Litern in Soft Grey kostet aktuell 74,95 Euro. Das ist ziemlich viel Geld für einen Behälter, in den meine Menschen Dinge werfen, die ich teilweise durchaus noch gebrauchen könnte. Dafür verspricht Brabantia unter anderem einen leisen Soft-Close-Deckel, einen herausnehmbaren Inneneimer, einen geruchsdichten Verschluss und zehn Jahre Garantie.
Ich habe mich um die wirklich wichtigen Prüfungen gekümmert. Meine Menschen durften unter anderem das Pedal bedienen und Müll hineinwerfen.
Meine Bewertung: 9,5 von 10 Punkten
Auspacken: Erst einmal gehörte der Karton mir

Der newIcon kam sicher in einem stabilen Karton mit Umverpackung bei uns an und musste nicht zusammengebaut werden. Auspacken, aufstellen, fertig. Kratzer, Macken oder unangenehme Gerüche haben wir beim Auspacken nicht gefunden.
Ich habe mich währenddessen um die Verpackung gekümmert. Zunächst wurde der Karton untersucht, anschließend habe ich geprüft, wie zuverlässig sich herumliegendes Papier vom Tisch befördern lässt. Die beigelegte Rolle mit Müllbeuteln musste ebenfalls runter.
Danach bin ich in den Karton gefallen. Von diesem Teil der Qualitätskontrolle existiert bedauerlicherweise kein Bildmaterial, weil mein Zweibeiner mich unter merkwürdigen Lautäußerungen wie „Och, du armes Putzelchen“ wieder herausgefischt hat. Ich möchte festhalten, dass ich jederzeit die volle Kontrolle über die Situation hatte.
Design und Verarbeitung: Meine Menschen haben jetzt schicken Müll

Wir haben die 20-Liter-Version in Soft Grey getestet. Das warme Hellgrau sieht deutlich wohnlicher aus als ein klassischer Plastikeimer und passt bei uns so gut zur Einrichtung, dass der newIcon inzwischen unter den beiden Schreibtischen der Chefredakteurin steht. Also unter den Schreibtischen der Zweibeinerin, die sich dafür hält.
Der Korpus besteht aus Stahl, innen sitzt ein herausnehmbarer schwarzer Kunststoffeimer. Verarbeitung und Material machen einen stabilen Eindruck. Nichts wackelt und auf Fliesen sowie Holzboden steht der Eimer sicher. Besonders positiv ist meinen Menschen aufgefallen, dass die Oberfläche nicht sofort voller sichtbarer Fingertatscher ist.
Ich halte dieses Problem für menschengemacht. Katzen haben schließlich Pfoten.
Kratzer oder andere Gebrauchsspuren haben wir bislang ebenfalls nicht entdeckt.
Der Soft-Close-Deckel: Er macht tatsächlich keinen Krach
Das hier ist der Teil, den meine Menschen auffällig häufig vorführen. Pedal treten, Deckel geht hoch, Fuß weg und dann gucken sie dabei zu, wie er langsam wieder herunterfährt. Menschen sind leicht zu beschäftigen, allerdings muss ich zugeben, dass die Mechanik ziemlich gut funktioniert.
Der Deckel schließt langsam und kontrolliert, ohne am Ende auf den Eimer zu knallen. Selbst wenn das Pedal schnell losgelassen wird, gibt es keinen lauten Schlag. Zum Befüllen öffnet er weit genug und bleibt oben, solange das Pedal gedrückt wird. Der Eimer kann außerdem nah an einer Wand stehen, ohne dass der Deckel beim Öffnen dagegen donnert.
Mich erschreckt der Schließmechanismus nicht. Im Gegenteil. Die Menschen könnten das ruhig häufiger vorführen.
Pedal und Standfestigkeit: Diskriminierung kleiner Pfoten
Brabantia verspricht einen leichtgängigen Pedalmechanismus. Meine Menschen bestätigen das. Ich nicht, denn ich bekomme das Ding mit meinen Pfoten nicht vernünftig auf und halte das für einen konstruktiven Mangel. Andererseits verhindert genau das, dass ich an den Inhalt komme. Meine Menschen bezeichnen diesen Umstand wiederum als Vorteil.
Der newIcon rutscht beim Betätigen des Pedals weder auf Fliesen noch auf Holzboden herum und kippt auch bei etwas kräftigerem Treten nicht. Der Anti-Rutsch-Boden und der Kippschutz machen sich im Alltag also tatsächlich bemerkbar.
Aus Sicht meiner Menschen funktioniert das hervorragend. Aus Sicht eines Katers mit berechtigtem Interesse an der Abfallwirtschaft ist die Sache komplizierter.
20 Liter: Für Müll gut, für Knauf zu knapp

Bei uns steht der newIcon inzwischen im Schreibbereich. Dort reichen 20 Liter ungefähr eine Woche, bevor ein neuer Beutel fällig wird. In einer Küche mit Lebensmittelabfällen würden meine Menschen aus hygienischen Gründen natürlich deutlich häufiger wechseln.
Die Öffnung ist groß genug, um normalen Müll und auch etwas sperrigere Verpackungen bequem hineinzuwerfen. Der schwarze Inneneimer lässt sich leicht herausheben und nutzt den vorhandenen Platz sinnvoll.
Ich persönlich habe ebenfalls versucht, den Innenraum genauer zu untersuchen. Nach kurzer Prüfung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass 20 Liter für einen stattlichen Mann meiner Statur unangemessen knapp bemessen sind. Möge das Personal seinen Müll dort entsorgen, ich bleibe draußen.
PerfectFit Müllbeutel: Sitzt, passt und guckt nicht raus

Zum newIcon gehören drei PerfectFit Probebeutel in Größe Y. Die sind für den 20-Liter-Eimer zugeschnitten und passen entsprechend ziemlich genau in den Inneneimer. Meine Menschen konnten den oberen Rand so unterbringen, dass bei geschlossenem Deckel kein Müllbeutel außen sichtbar ist. Das klingt nach einem kleinen Detail, macht bei einem Eimer, den man bewusst wegen seiner Optik kauft, aber einen Unterschied.
Normale 20-Liter-Beutel funktionieren grundsätzlich ebenfalls, sitzen bei uns allerdings nicht so sauber wie die passenden Brabantia PerfectFit Müllbeutel Größe Y.
Ein Vorrat mit 120 PerfectFit-Beuteln kostet aktuell 22,25 Euro. Damit kommt man eine ganze Weile hin. Die von uns getesteten Probebeutel bestehen laut Verpackung außerdem aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff.
Geruchstest: Sie haben mein Futter in den Müll gestellt
Für diesen Abschnitt möchte ich zunächst offiziell meine maximale Empörung dokumentieren. Meine Menschen haben eine geöffnete Dose mit Katzenfutter in den Mülleimer gestellt. Mein Futter. In den Müll. Angeblich war das ein wissenschaftlicher Test des geruchsdichten Verschlusses. Ich halte es für Verschwendung und erwäge arbeitsrechtliche Schritte.
Das Ergebnis muss ich trotzdem anerkennen. Bei geschlossenem Deckel war vom Katzenfutter außerhalb des Eimers nichts zu riechen. Erst beim Öffnen kam der Geruch wieder heraus.
Der Verschluss hält unangenehme Gerüche also tatsächlich ziemlich zuverlässig im Inneren. Natürlich verschwinden sie dadurch nicht auf magische Weise. Wenn du etwas Stinkendes hineinwirfst und später den Deckel öffnest, riecht es immer noch. Wenn du mich in den Eimer steckst. Nun ja. Dann riecht es gut, ich werde dich aber vermutlich verhauen.
Reinigung: Inneneimer raus und ab unter die Dusche
Reinigen mussten wir unseren newIcon bisher noch nicht ernsthaft. Der Aufbau macht die Sache aber ziemlich unkompliziert. Der schwarze Inneneimer lässt sich komplett herausnehmen und kann bei Bedarf unter der Brause ausgespült und anschließend abgetrocknet werden.
Unnötige Kanten, in denen sich ständig Krümel sammeln, sind uns bislang nicht aufgefallen. Außen reicht für normale Verschmutzungen ein Mikrofasertuch. Beim Herausnehmen des Inneneimers musst du außerdem nicht automatisch im Müll herumfassen. Das Personal begrüßt solche Dinge offenbar.
Meine persönliche Qualitätskontrolle

Selbstverständlich habe ich den newIcon nicht einfach den Menschen überlassen. Auf einem der Beweisfotos ist deutlich zu erkennen, wie ich den Innenraum fachmännisch inspiziere. Ich wollte hinein, habe nach genauerer Prüfung allerdings beschlossen, dass der Deckel ebenfalls getestet werden muss. Darauf kann man sitzen.
Das Problem beginnt erst, wenn der Mülleimer tatsächlich geschlossen ist. Dann komme ich nicht an den Inhalt. Das Pedal verweigert kleinen Pfoten die Zusammenarbeit und der Deckel lässt sich von mir nicht einfach aufhebeln.
Meine Menschen nennen den newIcon deshalb katzentauglich. Ich nenne ihn übertrieben sicher.
Wer ist eigentlich Brabantia?
Wenn ich schon in Kartons falle und meine wohlverdienten Ruhephasen von 22 Stunden am Tag unterbreche, will ich wenigstens wissen, wessen Mülleimer dafür verantwortlich ist.
Brabantia ist ein niederländisches Familienunternehmen und wurde 1919 im Ort Aalst gegründet. Damals hieß das Unternehmen noch Van Elderen & Co und produzierte unter anderem Milchkannen, Krüge, Siebe und Trichter. Treteimer kamen 1952 ins Sortiment. Inzwischen wird Brabantia in vierter Familiengeneration geführt und verkauft Haushaltsprodukte weit über die Niederlande hinaus.
Beim Thema Haltbarkeit macht das Unternehmen vergleichsweise konkrete Versprechen. Brabantia gibt je nach Produkt bis zu zehn Jahre Garantie und hält nach eigenen Angaben Ersatzteile 20 Jahre lang verfügbar. Seit März 2023 ist das Unternehmen außerdem B-Corp-zertifiziert und verfolgt das Ziel, bis 2035 vollständig auf Kreislaufdesign umzustellen.
Treteimer baut Brabantia also seit 1952. Dann gehe ich davon aus, dass sie inzwischen wissen, wie man Katzen zuverlässig vom Müll fernhält. Bedauerliche Produktentwicklung.
Nachhaltigkeit: 40 Prozent recycelt und 97 Prozent wiederverwertbar
Beim getesteten newIcon gibt Brabantia an, dass 40 Prozent des verwendeten Materials recycelt sind. Nach Ende seiner Lebensdauer sollen 97 Prozent des Produkts wiederverwertbar sein. Das Modell besitzt außerdem eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung auf Bronze-Niveau.
Noch wichtiger finden meine Menschen bei einem Haushaltsprodukt dieser Preisklasse allerdings die Haltbarkeit. Zehn Jahre Garantie sind eine Ansage und der Eimer macht bislang tatsächlich den Eindruck, als wäre er nicht dafür gebaut worden, nach zwei Jahren wegen eines kaputten Pedals ersetzt zu werden.
Ob er zehn Jahre durchhält, können wir nach unserem bisherigen Test natürlich noch nicht wissen. Deshalb bleibt der newIcon bei uns im Langzeittest. Sollte sich Pedal, Schließmechanismus oder irgendein anderes Teil verabschieden, aktualisieren wir diesen Bericht.
Preis-Leistungs-Verhältnis: 74,95 Euro für einen Mülleimer?
Ja, das ist viel Geld für Müll. Ein einfacher Treteimer kostet einen Bruchteil davon und erfüllt zunächst dieselbe Kernaufgabe: Dinge rein, Deckel zu.
Beim newIcon steckt der Mehrwert deshalb in den Details. Er steht stabil, rutscht nicht, schließt beinahe geräuschlos, hält Gerüche zuverlässig im Inneren und sieht so ordentlich aus, dass meine Menschen ihn nicht irgendwo verstecken möchten. Dazu kommen der herausnehmbare Inneneimer, die lange Garantie und die Aussicht auf Ersatzteile.
Wer einfach nur irgendeinen Behälter für Müll sucht und sich weder für Design noch für langfristige Qualität interessiert, braucht keine 74,95 Euro auszugeben. Wenn du dagegen einen Mülleimer möchtest, der sichtbar im Wohn- oder Arbeitsbereich stehen kann, lange halten soll oder neugierige Katzen zuverlässig vom Inhalt fernhalten muss, können wir den Aufpreis nachvollziehen.
Meine Menschen würden ihn nach unserem Test tatsächlich selbst kaufen.
Was mir und meinen Menschen gefällt
Besonders gut gefallen uns die hochwertige Optik, die unempfindliche Oberfläche ohne ständige sichtbare Fingertatscher und der sehr leise Soft-Close-Mechanismus. Dazu kommen der stabile Stand auf Fliesen und Holzboden, der herausnehmbare Inneneimer und der geruchsdichte Deckel.
Meine Menschen möchten außerdem ausdrücklich die Katzenkompatibilität loben. Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass ich dieser Bewertung nur eingeschränkt zustimme.
Was mir weniger gefällt
Mein größter Kritikpunkt ist offensichtlich: Ich komme nicht hinein.
Aus menschlicher Sicht bleibt eigentlich nur der Preis. Rund 75 Euro sind für einen 20-Liter-Mülleimer eine Investition. Im bisherigen Alltagstest haben wir ansonsten keinen Punkt gefunden, den wir künstlich zum Nachteil erklären müssten.
Sollte sich das im Langzeittest ändern, bekommt ihr es hier zu lesen.
Mein Fazit zum Brabantia newIcon Treteimer
Es gibt da dieses bekannte Kinderlied mit dem Loch im Eimer. Kann ich hier nicht behaupten.
Der Brabantia newIcon steht stabil, öffnet leicht, schließt leise und hält sogar den Geruch meines mutwillig entsorgten Katzenfutters zuverlässig im Inneren. Meine Menschen mögen außerdem das Design und die Tatsache, dass ich bei geschlossenem Deckel keine Chance habe, den Inhalt eigenständig zu kontrollieren.
Mit 74,95 Euro ist er deutlich teurer als ein einfacher Plastikeimer. Dafür wirkt er hochwertig genug, um viele Jahre im Haushalt zu bleiben, und Brabantia unterstützt diesen Anspruch mit zehn Jahren Garantie.
Von mir gibt es deshalb 9,5 von 10 Punkten. Der Eimer darf bleiben. Vorerst. Falle ich doch irgendwann hinein, revidiere ich meine Aussage.
Meine Knauf-Kauf-Wertung: 9,5/10
Kurzcheck: leise, stabil, geruchsdicht, leicht zu reinigen, schick genug für den Wohnbereich und bedauerlicherweise ziemlich katzensicher.
Transparenzhinweis: Der Brabantia newIcon Treteimer 20 Liter in Soft Grey wurde meinen Menschen von Brabantia kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Es handelt sich nicht um eine bezahlte Kooperation. Meine Bewertung basiert auf unserem eigenen Alltagstest.
