Ölspray für den Airfryer: Ist normales Öl besser?
Zum Airfryer gibt es inzwischen fast so viel Zubehör wie zum ersten eigenen Baby. Silikonformen, Papierförmchen, Zangen – und natürlich spezielles Ölspray. Das soll Kartoffeln und Gemüse besonders gleichmäßig benetzen und für schöne Bräunung sorgen. Klingt praktisch. Aber brauchst du dafür wirklich eine zusätzliche Flasche?
Für viele Gerichte reicht normales, hitzegeeignetes Speiseöl, das du sparsam verteilst. Ein Spray kann bequem sein. Dass „Airfryer“ auf der Verpackung steht, macht den Inhalt allerdings noch nicht zur Pflichtausstattung.
Ölsprays im Test: Drei von sieben fallen wegen Schadstoffen auf
Die Stiftung Warentest hat sieben ausdrücklich für Heißluftfritteusen empfohlene Ölsprays untersucht. Das Ergebnis des am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Tests: Drei waren deutlich mit Schadstoffen belastet und wurden deshalb nicht empfohlen. Untersucht wurden unter anderem Mineralölbestandteile, Weichmacher sowie bestimmte Stoffe, die bei der Verarbeitung von Ölen entstehen können.
Für den Vergleich bereiteten die Prüfenden Naturtofuwürfel zu. Neben den Sprays kamen ein aufschraubbarer Sprühaufsatz und eine gewöhnliche Rapsöl-Marinade zum Einsatz. Außerdem wurde Tofu ganz ohne Öl gegart. Auch Sprühverteilung und abgegebene Ölmenge gehörten zur Untersuchung.
Aus den Ergebnissen lässt sich nicht ableiten, dass jedes Ölspray problematisch ist. Sie zeigen aber: Ein Aufdruck für die Heißluftfritteuse ersetzt keine gute Produktqualität. Die Untersuchung der Airfryer-Öle gibt deshalb Anlass, beim Kauf genauer hinzusehen.
Braucht die Heißluftfritteuse überhaupt zusätzliches Öl?
Das hängt davon ab, was im Korb landet. Tiefkühlpommes und andere vorfrittierte Produkte bringen häufig bereits Fett mit. Bevor du großzügig nachlegst, schau auf die Zubereitungshinweise. Vielleicht ist das zusätzliche Öl schon die erste unnötige Zutat.
Bei frischen Kartoffelspalten, Gemüse oder Naturtofu kannst du dagegen mit einer dünnen Ölschicht arbeiten. Verteile sie möglichst gleichmäßig, statt einzelne Stücke zu tränken. Der Korbboden muss anschließend nicht aussehen wie der Parkplatz einer undichten Fritteuse.
Wie das Gerät arbeitet und warum die Lebensmittel darin nicht im Fett schwimmen müssen, erklären wir dir in unserem Beitrag zur Funktionsweise einer Heißluftfritteuse. Entscheidend sind neben der Ölmenge auch die Portion und die Verteilung im Korb.
Welches Öl eignet sich für den Airfryer?
Wähle ein Öl, das zur vorgesehenen Temperatur passt. Für hohe Temperaturen ist raffiniertes Rapsöl eine unkomplizierte Möglichkeit. Es schmeckt weitgehend neutral und eignet sich zum Braten und Backen.
Kaltgepresstes Rapsöl hat dagegen ein kräftigeres, nussiges Aroma. Es passt gut zu Dressings und Dips sowie zum schonenden Braten. Für stärkeres Erhitzen empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung die raffinierte Variante. Achte beim Einkauf deshalb auf die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten von Rapsöl, statt nur auf das Wort „pflanzlich“ zu schauen.
Zusätzlich gelten die Hinweise deines Geräteherstellers. Welche Fette und Sprays für dein Modell vorgesehen sind, steht in der Anleitung. Gerade bei beschichteten Körben lohnt sich dieser Blick, bevor irgendein Zubehörversprechen die Entscheidung übernimmt.
Spray, Pinsel oder Teelöffel: Was ist praktisch?
Für Kartoffelspalten und kleingeschnittenes Gemüse brauchst du meist keinen Sprühnebel. Gib die Stücke in eine Schüssel, dosiere das Öl zunächst mit einem Teelöffel und vermische alles gründlich. So kannst du die Menge nachvollziehen und bei Bedarf etwas ergänzen.
Ein Küchenpinsel ist praktisch, wenn du einzelne größere Stücke bestreichen möchtest. Du erreichst damit gezielt die Oberfläche, ohne den ganzen Korb mitzuölen. Hinterher muss der Pinsel allerdings gereinigt werden. Irgendwas ist ja immer.
Ein Spray erspart dir das Verstreichen und kann bei kleinen Flächen bequem sein. Wie viel Öl ein Sprühstoß abgibt, ist jedoch nicht automatisch bei jedem Produkt gleich. „Dreimal sprühen“ ist deshalb keine verlässliche Mengenangabe für sämtliche Flaschen.
Probier zunächst mit deinen vorhandenen Küchenhelfern aus, welche Methode dir liegt. Wenn Schüssel und Löffel gut funktionieren, entsteht durch den Verzicht auf eine Spraydose keine Versorgungslücke im Küchenschrank.
Lohnt sich ein wiederbefüllbarer Ölsprüher?
Wenn du gern sprühst, kann ein wiederbefüllbarer Sprüher eine Alternative sein. Du wählst das Öl selbst und musst nicht jedes Mal einen neuen Behälter kaufen.
Achte darauf, dass das Modell ausdrücklich für Speiseöl geeignet ist. Eine beliebige Sprühflasche ist dafür keine gute Ersatzlösung. Außerdem sollte sich der Behälter nach Herstellerangaben reinigen lassen. Ein hübscher Sprüher hilft wenig, wenn du alte Ölreste kaum herausbekommst.
Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt vor allem von deiner Nutzung ab. Wer gelegentlich Kartoffelspalten macht, kommt wahrscheinlich gut mit einer Schüssel aus. Wer regelmäßig einzelne Lebensmittel fein benetzen möchte, kann einen Sprüher praktisch finden.
Du brauchst also kein spezielles Airfryer-Öl, nur weil du einen Airfryer besitzt. Nimm ein geeignetes Öl, verteile es sparsam und halte dich an die Zubereitungshinweise. Die Kartoffel möchte schließlich knusprig werden – keine komplette Zubehörabteilung finanzieren.
Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild · Alltag Mensch