Strommessgerät zwischen Steckdose und Tischlampe

Stromverbrauch messen: So findest du Stromfresser im Haushalt

Welche Geräte treiben eigentlich deine Stromrechnung hoch? Ein Blick auf die Wattzahl am Typenschild reicht oft nicht aus. Entscheidend ist, wie viel Strom ein Gerät über die Zeit tatsächlich verbraucht. Mit einem einfachen Strommessgerät kannst du das bei vielen Haushaltsgeräten selbst herausfinden.

Was brauchst du zum Messen?

Ein Steckdosen-Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Stecker des Geräts gesetzt. Es zeigt je nach Modell die aktuelle Leistung in Watt und den Verbrauch über einen Zeitraum in Kilowattstunden (kWh). Manche Verbraucherzentralen und Bibliotheken verleihen solche Geräte. Prüfe vor der Nutzung, ob das Messgerät für die Leistung des angeschlossenen Geräts geeignet ist, und beachte die Anleitung. Arbeiten an der Elektroinstallation sind dafür nicht nötig.

So misst du sinnvoll

  1. Wähle ein Gerät aus: Starte mit Kühlschrank, Fernseher, Computer oder Kaffeemaschine, wenn sie über einen normalen Stecker angeschlossen sind.
  2. Notiere den Startwert: Setze den kWh-Zähler des Messgeräts zurück oder halte den angezeigten Wert fest.
  3. Miss lange genug: Bei einem Kühlschrank ist eine Momentaufnahme wenig aussagekräftig, weil sein Kompressor nur zeitweise läuft. Miss mindestens einen ganzen typischen Tag, besser mehrere. Bei anderen Geräten erfasst du am besten einen vollständigen Nutzungszyklus und den Standby-Betrieb getrennt.
  4. Rechne auf deinen Alltag um: Multipliziere den gemessenen Verbrauch für einen typischen Tag mit der Zahl der entsprechenden Tage. Für Kosten multiplizierst du kWh mit deinem persönlichen Arbeitspreis pro kWh aus dem Stromvertrag.

Beispiel: Misst ein Gerät 0,8 kWh am Tag und läuft es das ganze Jahr ähnlich, sind das rechnerisch 292 kWh jährlich. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 0,35 Euro/kWh wären es 102,20 Euro. Dein tatsächlicher Preis und die Nutzung können deutlich abweichen. Der Grundpreis des Vertrags wird dadurch nicht beeinflusst.

Watt, kWh und Standby: Wo liegt der Unterschied?

Watt beschreibt die Leistung in einem Moment. Kilowattstunden beschreiben die verbrauchte Energie über die Zeit. Ein Gerät mit 100 Watt, das zehn Stunden läuft, verbraucht rechnerisch 1 kWh. Auch kleine Standby-Leistungen summieren sich, wenn ein Gerät rund um die Uhr an der Steckdose bleibt. Ein Messgerät sollte kleine Leistungen ausreichend genau erfassen können; das steht in seinen technischen Daten.

Was kannst du mit dem Ergebnis anfangen?

Vergleiche zuerst Geräte, die lange laufen oder oft benutzt werden. Beim Kühlschrank helfen richtige Temperatur und Standort. Dazu gibt es unseren Beitrag Kühlschrank: Strom sparen mit Temperatur, Standort und Dichtung. Bei Unterhaltungselektronik kannst du unnötige Bereitschaftszeiten vermeiden, sofern Updates oder andere benötigte Funktionen dadurch nicht gestört werden. Ein altes Gerät allein wegen einer hohen Momentanleistung auszutauschen, wäre voreilig. Vergleiche seinen gemessenen Jahresverbrauch mit dem Energiebedarf und Kaufpreis eines Ersatzes.

Was misst das Steckdosengerät nicht?

Fest angeschlossene Verbraucher wie Durchlauferhitzer oder Herd lassen sich damit nicht einfach einzeln messen. Der Haushaltszähler zeigt den Gesamtverbrauch, aber keine sichere Zuordnung zu einzelnen Geräten. Wenn du eine ungewöhnlich hohe Rechnung klären willst, notiere Zählerstände und Nutzungszeiten und hole gegebenenfalls fachliche Beratung ein.

Quellen und Vertiefung: Verbraucherzentrale: Energiesparen mit kleinem Budget.

Ähnliche Beiträge