Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum werden vor dem Verzehr geprüft
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MHD abgelaufen: So lange kannst du Lebensmittel wirklich noch essen

Der Joghurt ist seit zwei Wochen abgelaufen, die Nudeln seit einem Jahr und irgendwo hinten im Schrank steht eine Dose, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon verdächtig lange Geschichte ist. Muss das alles weg? In vielen Fällen nicht. Ein abgelaufenes MHD bedeutet nämlich nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist.

Trotzdem solltest du nicht wahllos alles probieren, was noch halbwegs essbar aussieht. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob auf der Verpackung „mindestens haltbar bis“ oder „zu verbrauchen bis“ steht. Auch Lagerung, Verpackung und die Art des Lebensmittels entscheiden darüber, wie lange du es noch essen kannst.

Wir erklären dir, was ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet, bei welchen Lebensmitteln du entspannt bleiben kannst und wann der Weg zum Mülleimer tatsächlich die bessere Entscheidung ist.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum eigentlich?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, ist kein Verfallsdatum. Bis zu diesem Zeitpunkt garantiert der Hersteller bei ungeöffneter Verpackung und korrekter Lagerung bestimmte Eigenschaften des Lebensmittels. Dazu gehören beispielsweise Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und teilweise der Nährstoffgehalt.

Ist das MHD abgelaufen, endet zunächst diese Garantie. Das Lebensmittel verwandelt sich aber nicht um Mitternacht plötzlich in Biomüll.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat weist ausdrücklich darauf hin, dass Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht automatisch verdorben oder für den Verzehr ungeeignet sind. Bei richtiger Lagerung können viele Produkte weiterhin gegessen werden.

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb Hersteller das Datum selbst festlegen. Sie kennen ihr Produkt, seine Zusammensetzung und seine Haltbarkeit und müssen festlegen, wie lange sie die entsprechenden Eigenschaften garantieren können.

MHD abgelaufen und Verbrauchsdatum abgelaufen sind zwei verschiedene Dinge

Bevor du den Kühlschrank plünderst, solltest du einen wichtigen Unterschied kennen. Auf Lebensmittelverpackungen können zwei völlig unterschiedliche Angaben stehen.

„Mindestens haltbar bis“ bedeutet vereinfacht: Bis dahin garantiert der Hersteller die Qualität bei korrekter Lagerung und ungeöffneter Verpackung.

„Zu verbrauchen bis“ bedeutet dagegen: Dieses Lebensmittel solltest du nach diesem Datum nicht mehr essen.

Das Verbrauchsdatum findest du insbesondere auf leicht verderblichen Produkten. Dazu können beispielsweise Hackfleisch, frischer Fisch, vorgeschnittener Salat oder bereits zerkleinertes Obst gehören. Nach Ablauf können sich gesundheitsschädliche Keime vermehrt haben. Das Problem dabei: Du kannst eine solche Belastung nicht unbedingt sehen, riechen oder schmecken.

Deshalb funktioniert der berühmte Geruchstest hier nicht. Die Verbraucherzentrale zum Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum rät davon ab, Lebensmittel nach überschrittenem Verbrauchsdatum noch zu essen.

Merke dir deshalb eine einfache Regel: Ein abgelaufenes MHD ist ein Anlass zum Prüfen. Ein abgelaufenes Verbrauchsdatum ist ein Anlass zum Entsorgen.

Wie lange kann man Lebensmittel nach dem MHD noch essen?

Darauf gibt es leider keine magische Zahl. „Nach dem MHD noch 14 Tage haltbar“ wäre zwar herrlich einfach, aber falsch.

Die tatsächliche Haltbarkeit hängt unter anderem davon ab, um welches Lebensmittel es sich handelt, wie es gelagert wurde, ob die Kühlkette eingehalten wurde und ob die Verpackung noch ungeöffnet und unbeschädigt ist.

Das Bundeszentrum für Ernährung zur Haltbarkeit von Lebensmitteln nennt trotzdem eine Größenordnung: Joghurt, Pudding oder Käse können häufig noch Wochen nach dem MHD essbar sein. Bei trockenen Lebensmitteln wie Mehl und Nudeln sowie bei Konserven kann die tatsächliche Haltbarkeit sogar Monate oder Jahre über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinausreichen.

Das heißt allerdings nicht, dass jeder Joghurt vier Wochen und jede Konserve drei Jahre länger gut bleibt. Statt eines starren Datums brauchst du nach Ablauf des MHD einen anderen Test.

MHD abgelaufen? Erst schauen, dann riechen und schließlich probieren

Bei einem Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum helfen dir deine Sinne oft mehr als die aufgedruckte Zahl.

Schau dir zunächst Lebensmittel und Verpackung genau an. Schimmel, ungewöhnliche Flecken, Schädlinge, eine veränderte Konsistenz oder schmierige Stellen sind Warnzeichen. Bei Konserven und anderen Verpackungen solltest du zusätzlich auf ungewöhnliche Wölbungen oder Beschädigungen achten.

Sieht alles normal aus, kommt die Nase zum Einsatz. Muffiger, fauliger, ranziger, vergorener oder sonst ungewöhnlicher Geruch spricht gegen den Verzehr.

Erst wenn Aussehen und Geruch unauffällig sind, kannst du bei dafür geeigneten Lebensmitteln vorsichtig eine kleine Menge probieren. Schmeckt das Produkt plötzlich bitter, ranzig, muffig, stark sauer oder schlicht anders als gewohnt, solltest du es nicht weiteressen. Diesen Sinnescheck empfiehlt auch das Bundeszentrum für Ernährung.

Wichtig bleibt die Ausnahme: Bei Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum solltest du nach dessen Ablauf nicht auf diesen Test setzen.

Joghurt abgelaufen: Wie lange ist er nach dem MHD noch essbar?

Kaum ein Lebensmittel sorgt beim Blick aufs Datum für so viel Misstrauen wie Joghurt. Dabei gehört gerade er zu den Produkten, die ungeöffnet und richtig gekühlt häufig länger haltbar sind als auf dem Deckel steht.

Auch die Verbraucherzentrale nennt Joghurt ausdrücklich als Beispiel für ein Lebensmittel, das nach Ablauf des MHD nicht automatisch schlecht ist. Voraussetzung ist allerdings, dass der Becher korrekt gekühlt wurde und noch verschlossen ist.

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum des Joghurts abgelaufen, prüfst du ihn deshalb zunächst von außen. Ein ungewöhnlich aufgeblähter Becher ist ein Warnzeichen. Nach dem Öffnen schaust du nach Schimmel und ungewöhnlichen Veränderungen und prüfst anschließend den Geruch.

Eine dünne Flüssigkeitsschicht oben auf Naturjoghurt ist dagegen nicht automatisch ein Zeichen für Verderb. Dabei kann es sich um abgesetzte Molke handeln, die du wieder unterrühren kannst.

Ist alles unauffällig, kannst du vorsichtig probieren.

Die pauschale Frage „Kann ich Joghurt zwei Wochen nach dem MHD noch essen?“ lässt sich deshalb nicht mit einem sicheren Ja oder Nein beantworten. Zwei identische Becher können abhängig von Lagerung und Kühlkette unterschiedlich lange genießbar bleiben.

Milch abgelaufen: Frischmilch und H-Milch sind nicht dasselbe

Auch bei Milch bedeutet ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum nicht automatisch, dass sie schlecht ist.

Bei klassischer Frischmilch lässt sich Verderb häufig recht gut erkennen. Sie riecht und schmeckt säuerlich und kann ihre Konsistenz verändern.

Bei H-Milch solltest du genauer hinsehen. Verdorbene H-Milch muss laut dem VerbraucherFenster Hessen zur Haltbarkeit von Lebensmitteln nicht typisch sauer riechen. Veränderungen können sich stattdessen unter anderem durch einen bitteren Geschmack oder eine veränderte Konsistenz bemerkbar machen.

Entscheidend ist außerdem, ob die Packung noch geschlossen ist. Nach dem Öffnen gehört auch H-Milch in den Kühlschrank. Das aufgedruckte MHD ist dann nicht mehr deine entscheidende Orientierung.

Eier nach Ablauf des MHD essen: Hier gelten besondere Regeln

Bei Eiern lohnt sich ein genauerer Blick. Das Mindesthaltbarkeitsdatum liegt bei rohen Eiern 28 Tage nach dem Legen. Das bedeutet allerdings ebenfalls nicht, dass das Ei am folgenden Morgen automatisch verdorben ist.

Die Verbraucherzentrale zur Lagerung und Haltbarkeit von Eiern gibt an, dass Eier im Kühlschrank bis zu sechs Wochen haltbar sein können. Nach Ablauf des MHD sollten sie jedoch nur noch vollständig durcherhitzt gegessen werden.

Für Tiramisu, selbst gemachte Mayonnaise oder andere Speisen mit rohem Ei ist das alte Ei deshalb keine gute Idee. Für vollständig durchgebackenen Kuchen oder gut durchgebratenes Rührei kann ein Ei nach überschrittenem MHD dagegen noch infrage kommen, sofern es korrekt gelagert wurde und keine Anzeichen für Verderb zeigt.

Der bekannte Wasserglas-Test kann dir dabei Hinweise auf das Alter geben. Sinkt das Ei auf den Boden, ist es vergleichsweise frisch. Richtet es sich auf oder schwimmt es oben, ist die Luftkammer im Inneren bereits größer und das Ei älter. Schwimmt es, empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung, es nur noch gut durcherhitzt zu verwenden.

Wichtig: Der Wassertest beweist nicht, dass ein Ei frei von Krankheitserregern ist. Er verrät dir vor allem etwas über sein Alter.

Nudeln und Reis abgelaufen: Trockenheit ist ihr großer Vorteil

Eine Packung trockene Nudeln ist sechs Monate über dem MHD. Muss sie weg? In vielen Fällen wäre das ziemlich unnötig.

Trockene Lebensmittel bieten Mikroorganismen vergleichsweise schlechte Wachstumsbedingungen. Wurden Nudeln und Reis trocken, kühl und geschützt gelagert, können sie deshalb sehr lange haltbar bleiben. Das Bundeszentrum für Ernährung spricht bei trockenen Lebensmitteln sogar von Monaten oder Jahren über das MHD hinaus.

Vor dem Kochen solltest du trotzdem in die Packung schauen. Feuchtigkeit, Schimmel, ungewöhnlicher Geruch und Vorratsschädlinge wie Lebensmittelmotten oder Käfer sind klare Gegenargumente.

Etwas empfindlicher können Vollkornprodukte sein. Sie enthalten mehr natürliche Fette, die mit der Zeit ranzig werden können. Auch Eiernudeln solltest du nicht automatisch genauso behandeln wie trockene Hartweizennudeln.

Mehl abgelaufen: Nicht nur aufs Datum schauen

Auch Mehl kann nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verwendbar sein. Wie lange, hängt unter anderem von der Mehlsorte und Lagerung ab.

Helles Mehl hält sich in der Regel länger als Vollkornmehl. Der Grund liegt wiederum im höheren Fettanteil der Bestandteile des vollen Korns. Diese Fette können mit der Zeit ranzig werden.

Bei einer alten Mehlpackung solltest du deshalb nicht nur nach dem MHD schauen. Riecht das Mehl muffig oder ranzig, hat es Feuchtigkeit gezogen oder findest du Gespinste, Larven oder andere Vorratsschädlinge darin, gehört es nicht mehr in den Kuchenteig.

Schokolade abgelaufen: Der weiße Belag ist nicht automatisch Schimmel

Bei einer älteren Tafel Schokolade sorgt ein weißlicher oder grauer Belag schnell für den Weg zum Mülleimer. Dabei muss dieser Belag kein Schimmel sein.

Bei Schokolade können sich Fett oder Zucker an der Oberfläche absetzen beziehungsweise kristallisieren. Die Schokolade sieht dadurch weniger appetitlich aus und kann geschmacklich leiden, muss deshalb aber nicht verdorben sein.

Durch ihren hohen Zuckeranteil und den geringen Wassergehalt ist Schokolade grundsätzlich relativ lange haltbar. Das Bundeszentrum für Ernährung zählt sie zu den Lebensmitteln mit besonders langer Haltbarkeit.

Trotzdem gilt auch hier: Riecht oder schmeckt die Schokolade ranzig oder zeigt sie tatsächlich Schimmel, solltest du sie entsorgen. Schokolade mit Nüssen oder fettreichen Füllungen kann außerdem schneller geschmacklich verderben als eine einfache Tafel.

Konserven nach dem MHD: Oft lange haltbar, aber die Dose entscheidet mit

Bei Konserven kann das Mindesthaltbarkeitsdatum besonders weit von der tatsächlichen Haltbarkeit entfernt sein. Eine ungeöffnete und unbeschädigte Konserve kann bei korrekter Lagerung noch lange nach Ablauf des MHD genießbar sein.

Hier solltest du allerdings nicht nur den Inhalt beurteilen, sondern bereits die Verpackung.

Ist eine Dose stark beschädigt, undicht oder auffällig gewölbt, solltest du nicht experimentieren. Gleiches gilt für Gläser, deren Deckel sich nach außen wölbt oder bei denen das Vakuum offensichtlich nicht mehr vorhanden ist.

Bei auffällig aufgeblähten Konserven lautet die Regel deshalb nicht „mal kurz riechen“, sondern Finger weg.

Tiefkühlkost nach dem MHD: Gefroren heißt nicht unsterblich

Auch Pommes, Gemüse oder andere Tiefkühlprodukte werden nicht automatisch schlecht, sobald ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist. Bei dauerhaft ausreichend niedriger Temperatur können viele Produkte länger verwendbar bleiben.

Die Qualität kann allerdings nachlassen. Geschmack, Konsistenz und Nährstoffgehalt können sich verändern, außerdem kann Gefrierbrand entstehen.

Anders sieht es aus, wenn die Kühlkette längere Zeit unterbrochen wurde. Ein Produkt, das zwischendurch deutlich aufgetaut war, lässt sich nicht allein anhand seines ursprünglichen MHD beurteilen.

Das Datum auf der Packung ersetzt deshalb auch im Tiefkühlschrank keine vernünftige Lagerung.

Was gilt für geöffnete Lebensmittel nach dem MHD?

Hier steckt eine der wichtigsten Fallen rund ums Mindesthaltbarkeitsdatum.

Das MHD bezieht sich grundsätzlich auf das ungeöffnete und korrekt gelagerte Lebensmittel. Sobald du eine Packung öffnest, ändern sich die Bedingungen.

Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen können an das Produkt gelangen. Ein Joghurt, dessen MHD noch drei Wochen entfernt ist, kann deshalb trotzdem verderben, wenn er seit Tagen offen im Kühlschrank steht.

Hinweise wie „nach dem Öffnen innerhalb von drei Tagen verbrauchen“ werden ab diesem Zeitpunkt wesentlich interessanter als das MHD.

Die Verbraucherzentrale erklärt deshalb ausdrücklich, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum für bereits geöffnete Packungen nicht mehr gilt.

Kann man Lebensmittel ein Jahr nach Ablauf des MHD noch essen?

Bei manchen Lebensmitteln tatsächlich ja, bei anderen wäre das keine besonders gute Idee.

Trockene Nudeln, weißer Reis oder bestimmte Konserven können bei geeigneter Lagerung auch sehr lange nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sein. Bei gekühlten oder empfindlicheren Produkten sieht die Sache anders aus.

Die Zahl „ein Jahr abgelaufen“ sagt deshalb allein erstaunlich wenig aus.

Wichtiger sind die Art des Lebensmittels, die Lagerung, der Zustand der Verpackung und mögliche Veränderungen. Eine pauschale Regel wie „sechs Monate über MHD ist sicher“ gibt es nicht.

Welche Lebensmittel haben gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass du auf manchen Produkten vergeblich nach einem MHD suchst. Das ist nicht automatisch ein Fehler des Herstellers.

Für bestimmte Lebensmittel ist keine Angabe vorgeschrieben. Dazu gehören nach Angaben der Verbraucherzentrale zur Lebensmittelkennzeichnung beispielsweise frisches Obst und Gemüse mit bestimmten Ausnahmen, Zucker, Speisesalz ohne bestimmte Zusätze und Essig.

Dass kein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt ist, bedeutet natürlich ebenfalls nicht, dass jedes dieser Lebensmittel buchstäblich ewig hält.

Dürfen Supermärkte Lebensmittel mit abgelaufenem MHD verkaufen?

Ja. Auch das überrascht viele.

Lebensmittel dürfen grundsätzlich noch verkauft werden, nachdem das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde. Schließlich ist das MHD kein Datum, ab dem ein Produkt automatisch unsicher ist.

Der Händler trägt allerdings Verantwortung dafür, dass die Ware weiterhin einwandfrei ist. Außerdem müssen Kunden auf das überschrittene MHD hingewiesen werden. Darauf weist unter anderem Lebensmittelklarheit zum Verkauf nach abgelaufenem MHD hin.

Beim Verbrauchsdatum sieht es anders aus. Ist „zu verbrauchen bis“ überschritten, darf das betreffende Lebensmittel nicht mehr verkauft werden.

Kann man Lebensmittel kurz vor dem MHD einfrieren?

Bei vielen Lebensmitteln kann Einfrieren eine gute Möglichkeit sein, ihre Haltbarkeit zu verlängern. Sinnvoll ist das allerdings bevor ein Produkt verdorben ist.

Brot, Butter, viele gekochte Gerichte und zahlreiche andere Lebensmittel lassen sich gut einfrieren. Auch rohe Eier können eingefroren werden, allerdings nicht einfach mitsamt Schale. Eiweiß und Eigelb beziehungsweise die Eimasse werden dafür aus der Schale genommen und in einem geeigneten Behälter eingefroren.

Einfrieren setzt den Zustand eines bereits verdorbenen Lebensmittels dagegen nicht auf Werkseinstellung zurück. Was vorher nicht mehr gut war, wird durch minus 18 Grad nicht wieder essbar.

Warum steht überhaupt ein MHD auf Lebensmitteln, die viel länger halten?

Weil das Mindesthaltbarkeitsdatum eben keine Vorhersage des exakten Verderbszeitpunkts ist.

Der Hersteller garantiert bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Produkteigenschaften unter den angegebenen Lagerbedingungen. Danach kann beispielsweise die Konsistenz langsam nachlassen, ein Aroma schwächer werden oder sich eine Farbe verändern, obwohl das Produkt noch essbar ist.

Genau deshalb kann zwischen MHD und tatsächlichem Verderb je nach Lebensmittel eine erhebliche Zeitspanne liegen.

Das erklärt auch, warum zwei unterschiedliche Hersteller für sehr ähnliche Produkte verschiedene Mindesthaltbarkeitsdaten festlegen können.

Wann solltest du ein Lebensmittel trotz gültigem MHD wegwerfen?

Auch die umgekehrte Richtung ist wichtig. Ein gültiges Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert dir nicht, dass ein Lebensmittel unter allen Umständen noch gut ist.

Wurde die Verpackung beschädigt, die Kühlkette unterbrochen oder das Produkt falsch gelagert, kann es schon vor dem MHD verderben.

Schimmel, Fäulnis, unangenehmer Geruch, ungewöhnliche Verfärbungen, Schleim, Gärung oder eine auffällig aufgeblähte Verpackung solltest du deshalb ernst nehmen, auch wenn das aufgedruckte Datum erst nächste Woche erreicht wird.

Das Datum funktioniert nur zusammen mit den vorgesehenen Lagerbedingungen.

MHD abgelaufen: Diese fünf Fragen helfen bei der Entscheidung

Wenn du wieder einmal mit einem drei Monate alten Fundstück vor dem Kühlschrank stehst, musst du nicht sofort Google und anschließend den Mülleimer bemühen. Bei einem Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum kannst du dir zunächst fünf Fragen stellen:

  1. Steht wirklich „mindestens haltbar bis“ darauf? Bei „zu verbrauchen bis“ ist nach Ablauf Schluss.
  2. Wurde das Lebensmittel richtig gelagert? Kühlpflichtige Produkte müssen beispielsweise durchgehend ausreichend gekühlt worden sein.
  3. Ist die Packung ungeöffnet und unbeschädigt? Nach dem Öffnen gelten andere Bedingungen.
  4. Sieht und riecht das Lebensmittel normal aus? Schimmel, Schleim, Gärung oder ungewöhnliche Gerüche sind Warnzeichen.
  5. Schmeckt eine kleine Probe normal? Diesen Schritt machst du nur bei dafür geeigneten Lebensmitteln mit MHD und wenn die vorherigen Prüfungen unauffällig waren.

Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum allein ist also noch kein guter Grund, Essen wegzuwerfen. Gleichzeitig ist „MHD ist egal“ genauso falsch.

Der bessere Mittelweg ist ziemlich unspektakulär: Schau auf die Art des Datums, beachte die Lagerung und benutze bei geeigneten Lebensmitteln deine Sinne. Damit rettest du so manchen Joghurt und so manche Packung Nudeln vor der Tonne, ohne bei Lebensmittelsicherheit unnötig mutig zu werden.

Häufige Fragen zum Mindesthaltbarkeitsdatum

Was bedeutet MHD?

MHD steht für Mindesthaltbarkeitsdatum. Es gibt an, bis wann der Hersteller bei ungeöffneter Verpackung, korrekter Lagerung und Einhaltung der angegebenen Bedingungen bestimmte Eigenschaften des Lebensmittels garantiert.

Ist ein Lebensmittel nach Ablauf des MHD schlecht?

Nein. Viele Lebensmittel sind nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Prüfe bei geeigneten Produkten Aussehen, Geruch und anschließend vorsichtig den Geschmack.

Wie lange darf das MHD überschritten sein?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Frist. Je nach Lebensmittel und Lagerung kann die tatsächliche Haltbarkeit nur wenige Tage oder auch Monate beziehungsweise Jahre über das MHD hinausreichen.

Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verfallsdatum?

Im Alltag wird häufig von einem Verfallsdatum gesprochen. Bei Lebensmitteln musst du vor allem zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum unterscheiden. Ein überschrittenes MHD bedeutet nicht automatisch Verderb. Ein Produkt mit überschrittenem Verbrauchsdatum solltest du dagegen nicht mehr essen.

Was bedeutet „zu verbrauchen bis“?

Das Verbrauchsdatum kennzeichnet besonders leicht verderbliche Lebensmittel. Nach Ablauf solltest du das Produkt nicht mehr essen, weil gesundheitsschädliche Keime vorhanden sein können, ohne dass du sie zwingend erkennst.

Gilt das MHD auch nach dem Öffnen?

Nein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bezieht sich auf die ungeöffnete Verpackung bei korrekter Lagerung. Nach dem Öffnen können Luft, Feuchtigkeit und Mikroorganismen den Verderb beschleunigen.

Darf ein Supermarkt abgelaufene Lebensmittel verkaufen?

Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum dürfen unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin verkauft werden. Auf das überschrittene MHD muss hingewiesen werden. Produkte mit abgelaufenem Verbrauchsdatum dürfen dagegen nicht mehr verkauft werden.

Kann man abgelaufenen Joghurt noch essen?

Ein ungeöffneter und korrekt gekühlter Joghurt kann auch nach Ablauf des MHD noch genießbar sein. Prüfe Verpackung, Aussehen und Geruch und probiere bei unauffälligem Zustand vorsichtig eine kleine Menge.

Kann man Eier nach dem MHD noch essen?

Ja, Eier können bei richtiger Lagerung auch nach Ablauf des MHD noch verwendbar sein. Danach solltest du sie jedoch nur vollständig durcherhitzt essen. Für Speisen mit rohem Ei solltest du möglichst frische Eier verwenden.

Sind Nudeln nach dem MHD noch gut?

Trockene Nudeln können bei trockener und korrekter Lagerung häufig noch lange nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gegessen werden. Prüfe sie auf Feuchtigkeit, ungewöhnlichen Geruch und Vorratsschädlinge.

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