THERMOS ICON MUG im Test: Der Becher darf bleiben
Meine Menschen besitzen erstaunlich viele Trinkgefäße. Manche stehen herum, manche tropfen und manche werden nach wenigen Wochen in einen Schrank verbannt. Der THERMOS ICON MUG mit 0,47 Litern sollte beweisen, dass er mehr kann. Meine Zweibeinerin hat ihn deshalb mehrere Tage mit heißem Tee und kaltem Wasser getestet. Ich habe die Ergebnisse redaktionell eingeordnet. Schließlich braucht dieses Haus wenigstens eine Instanz mit Urteilsvermögen.
Der Thermobecher kostet aktuell 39,95 Euro. Getestet haben wir die Farbe Plum Mat. THERMOS verspricht unter anderem einen auslaufsicheren Deckel, bis zu sieben Stunden heiße sowie bis zu 22 Stunden kalte Getränke und einen rutschfesten Boden.
39,95 Euro für einen Behälter mit Deckel sind eine selbstbewusste Ansage. Für dieses Geld bekommt man mehrere hervorragende Futternäpfe. Ich habe deshalb persönlich die Ermittlungen übernommen.
Meine vorläufige Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Design und Verarbeitung: Lila mit Menschenaufschlag
Plum Mat ist ein kräftiger Lilaton, der auffällt, ohne nach Kindertrinkflasche auszusehen. Plum Mat nennen Menschen diese Farbe. Lila klang vermutlich nicht teuer genug. Meine Menschen mögen sie trotzdem sehr. Der Becher wirkt sauber verarbeitet und hochwertig. Die matte Oberfläche fühlt sich angenehm und griffig an. Selbst mit einer Hand liegt der ICON MUG sicher in der Hand.
Der obere Rand und der Boden aus Edelstahl setzen sich optisch von der farbigen Beschichtung ab. Kratzer, Macken oder andere Verarbeitungsfehler haben meine Menschen beim Auspacken nicht entdeckt. Die Außenseite wurde mit heißem Tee außerdem nicht unangenehm warm.
Mit 0,47 Litern hat der Becher für den Alltag eine praktische Größe. Er fasst genug für eine längere Arbeitsphase, bleibt aber handlicher als ein großer Thermosbehälter. Für meine Zweibeinerin ist diese Menge ziemlich genau richtig. Ich halte Wasser grundsätzlich für überschätzt, erkenne die organisatorischen Vorteile jedoch an.

Deckel und Trinköffnung: Selbst meine Zweibeinerin schafft das
Der Dura-Seal-Deckel lässt sich einfach bedienen. Zum Trinken wird der Verschluss mit einer Hand geöffnet und anschließend wieder geschlossen. Meine Zweibeinerin bezeichnet sich selbst als ungeschickt. Das ist keine Übertreibung. Trotzdem funktionierte die Bedienung ohne Fummelei und ohne den Becher abstellen zu müssen. Einen härteren Nachweis für einfache Bedienung kann ein Produkt kaum bestehen.
Das Trinken aus der Öffnung war angenehm. Der Flüssigkeitsstrom ließ sich gut kontrollieren und am Rand störte nichts. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, bis man einen Becher benutzt, der beim Trinken gluckert, kleckert oder seine Besitzerin an der Nase berührt.
THERMOS gibt an, dass sich der Deckel vollständig auseinandernehmen lässt. Im bisherigen Test wurde er von Hand gereinigt. Die zugänglichen Bereiche ließen sich unkompliziert säubern. Nach dem Spülen bleibt etwas Wasser im Deckel, das herausgeschüttelt werden muss. Unangenehme Gerüche oder Rückstände sind uns nicht aufgefallen.

Auslaufsicherheit: Tasche trocken, Mensch erleichtert
Für den Dichtigkeitstest kam der gefüllte ICON MUG mit zum Einkaufen. Rund eine Stunde lang wurde er normal getragen, bewegt, gedreht und zusätzlich bewusst geschüttelt. Weder Tee noch Wasser traten aus. Die Handtasche blieb trocken und durfte ihr unkontrolliertes Eigenleben ungestört fortsetzen.
Nach diesem Test würde meine Zweibeinerin den Becher in eine Tasche packen. Das ist ein ziemlich großes Kompliment. Menschen reagieren erstaunlich empfindlich, wenn sich der Inhalt eines Trinkbechers mit Geldbörse, Handy oder Einkaufszettel verbindet.
Eine Langzeitgarantie für ewige Dichtigkeit kann nach wenigen Tagen natürlich niemand seriös geben. Der Deckel und seine Dichtungen bleiben deshalb Teil unseres Langzeittests.
Warmhaltetest: Für professionelle Teevergesser
Für den Praxistest wurde Tee mit ungefähr 80 Grad Celsius eingefüllt. Die Temperatur wurde später nicht mit einem Thermometer nachgemessen. Unsere Angaben beschreiben deshalb bewusst den persönlichen Eindruck und keine Laborwerte.
Nach etwa drei Stunden fühlte sich der Tee ungefähr so heiß an wie zu Beginn. Nach rund fünf Stunden war er noch warm. Nach ungefähr sieben Stunden war er lauwarm, aber weiterhin angenehm zu trinken. Meine Menschen vergessen Getränke ausgesprochen professionell. Endlich hat jemand einen Becher an ihren Arbeitsstil angepasst. Ein Getränk muss am Schreibtisch nicht bis Mitternacht dampfen. Es soll nur nicht nach der ersten Arbeitsstunde kalt sein.
Die Herstellerangabe von bis zu sieben Stunden heiß haben wir damit nicht unter kontrollierten Bedingungen überprüft. Im Alltag hielt der Becher die Wärme für unsere Nutzung trotzdem überzeugend.
Kaltgetränke im Test: Über Nacht noch kühl
Beim Kältetest kam Wasser direkt aus dem Kühlschrank in den Becher. Eiswürfel wurden nicht verwendet und die Temperatur wurde nicht gemessen. Der ICON MUG stand anschließend über Nacht am Bett.
Am nächsten Morgen war das Wasser noch kühl. Gegen Mittag hatte es sich spürbar erwärmt. Für eine Nacht am Bett reichte die Kühlleistung damit gut aus. Die Herstellerangabe von bis zu 22 Stunden kalt lässt sich aus diesem einfachen Alltagstest trotzdem nicht wissenschaftlich bestätigen.
Ich persönlich empfehle für nächtliche Aktivitäten eine Schale in angemessener Entfernung. Menschen bestehen aus rätselhaften Gründen auf Deckeltechnik.

Griptec Boden: Er widersetzt sich der Schwerkraft. Vorerst.
Der rutschfeste Griptec Boden wurde auf Holz, Marmor und einer normalen Küchenarbeitsplatte ausprobiert. Der Becher stand auf allen drei Flächen stabil und verrutschte nicht auffällig. Beim Abstellen blieb er außerdem vergleichsweise leise.
THERMOS nennt das Griptec. Ich nenne es eine unnötige Erschwernis meiner Arbeit. Im Langzeittest werde ich trotzdem versuchen, den Becher vom Tisch zu befördern. Wissenschaft verlangt schließlich Einsatz. Bis dahin gilt: Der Boden hält erstaunlich gut dagegen.
THERMOS schreibt, dass der ICON MUG in die meisten Getränkehalter passt. Im Auto haben wir das nicht getestet. Diese Aussage bleibt deshalb eine Herstellerangabe und wird hier nicht heimlich in eine eigene Erfahrung umgetauft.
Reinigung: Das Personal darf ran
Unsere bisherigen Durchgänge fanden per Hand statt. Becher und Deckel ließen sich leicht reinigen. Die glatten Innenflächen waren schnell sauber, und am Becher blieben weder Gerüche noch sichtbare Rückstände zurück. Das Personal kann diese Aufgabe also ohne meine Aufsicht bewältigen.
Laut Hersteller ist der ICON MUG bis 65 Grad Celsius spülmaschinengeeignet und sollte im oberen Korb gereinigt werden. Diese Möglichkeit haben wir bislang nicht ausprobiert. Langfristig beobachten wir, wie sich Beschichtung und Deckel bei regelmäßiger Nutzung entwickeln.

Für Schreibtisch und unterwegs
Seinen festen Platz hat der ICON MUG zunächst am Schreibtisch. Dort passen Füllmenge, Wärmeleistung und die unkomplizierte Einhandbedienung besonders gut zum Alltag. Durch den bestandenen Auslauftest eignet er sich nach unserem bisherigen Eindruck ebenfalls für unterwegs.
Mit 435 Gramm ist der leere Becher nicht federleicht. Das Gewicht passt jedoch zur stabilen Bauweise und hat meine Menschen im Gebrauch nicht gestört. Für spontane Schwerkraftstudien ist es lästig, aber nicht abschreckend. Der Hersteller nennt eine Höhe von 193 Millimetern sowie eine Breite von rund 89 Millimetern.
Wer ist eigentlich THERMOS?
Die Marke THERMOS blickt nach eigenen Angaben auf mehr als 120 Jahre Geschichte zurück. Das ist ausreichend Zeit, um einen Deckel zu entwickeln, den selbst meine Zweibeinerin bedienen kann. Der Name wurde so bekannt, dass viele Menschen heute beinahe jeden Isolierbehälter Thermoskanne nennen. Hinter dem deutschen Angebot steht die alfi GmbH mit Sitz in Wertheim.
Beim ICON MUG setzt THERMOS auf doppelwandigen 18/8-Edelstahl, eine True-Coat-Pulverbeschichtung und einen zerlegbaren Deckel. Ersatzteile werden im Shop angeboten. Solche Einzelteile können die Nutzungsdauer verlängern, wenn nicht gleich der ganze Becher ersetzt werden muss.
Der getestete Becher wird laut Hersteller in China gefertigt.

Nachhaltigkeit: Wiederverwenden ist der wichtigste Punkt
Ein wiederverwendbarer Becher kann Einwegbecher vermeiden, wenn er regelmäßig und lange genutzt wird. Das ist der naheliegendste Nachhaltigkeitsvorteil. Konkrete Aussagen zu eingesparten Ressourcen oder einer individuellen Umweltbilanz lassen sich aus unserem Praxistest nicht ableiten.
Positiv finden meine Menschen den robusten Eindruck und die Möglichkeit, Ersatzteile für den Deckel zu bekommen. Wie lange Beschichtung, Dichtung und Verschluss tatsächlich halten, muss der Langzeittest zeigen. Ein haltbarer Becher ist schließlich nur dann nachhaltig, wenn er nicht nach kurzer Zeit ausgetauscht werden muss.
Preis-Leistungs-Verhältnis: 39,95 Euro sind kein Mitnahmeartikel
Knapp 40 Euro sind viel Geld für einen Trinkbecher. Ich möchte noch einmal auf die Menge an Katzenfutter hinweisen, die sich dafür beschaffen ließe. Ein einfaches Modell kostet deutlich weniger und kann Getränke ebenfalls eine Weile warm halten.
Beim ICON MUG steckt der Mehrwert in der sauberen Verarbeitung, dem dichten Deckel, der angenehmen Bedienung und der im Alltag überzeugenden Isolierung. Die rutschfeste Unterseite und die griffige Beschichtung wirken nicht spektakulär, verbessern die tägliche Nutzung aber spürbar.
Meine Menschen würden den Preis nach dem bisherigen Test bezahlen, wenn sie gezielt einen hochwertigen Becher für den Schreibtisch und unterwegs suchen. Ein Schnäppchen ist er nicht. Billig wirkt er allerdings ebenfalls an keiner Stelle.
Was mir und meinen Menschen gefällt
Besonders gut gefallen uns die Farbe Plum Mat, die hochwertige Verarbeitung und die griffige Oberfläche. Der Deckel lässt sich leicht mit einer Hand bedienen und blieb im Test zuverlässig dicht. Die Außenseite wurde bei heißem Tee nicht unangenehm warm. Dazu kommen der sichere Stand und die alltagstaugliche Füllmenge.
Meine Menschen loben außerdem, dass der Becher beim Abstellen nicht unnötig herumklappert. Ich unterstütze leise Haushaltsgegenstände. Lärm sollte in diesem Haus ausschließlich von mir ausgehen.
Was mir weniger gefällt
Mein größter Kritikpunkt ist offensichtlich: Der Inhalt ist weder für mich bestimmt noch bequem mit der Pfote erreichbar. Erneut wurde ein Produkt erschreckend einseitig für Menschen entwickelt. Aus deren Sicht ist uns bislang allerdings kein funktionaler Kritikpunkt begegnet. Der einzige echte Diskussionspunkt bleibt der Preis. 39,95 Euro müssen zu deinem Nutzungsverhalten passen.
Künstliche Mängel erfinden wir nicht, nur damit dieser Abschnitt länger wird. Sollte sich im Langzeittest zeigen, dass der Deckel undicht wird, die Beschichtung leidet oder die Isolierleistung nachlässt, aktualisieren wir den Bericht.
Mein Fazit zum THERMOS ICON MUG
Der ICON MUG macht im bisherigen Alltagstest fast alles richtig. Er liegt angenehm in der Hand, lässt sich einfach öffnen, hält dicht und bewahrt heiße sowie kalte Getränke ausreichend lange auf. Seine 0,47 Liter passen gut an den Schreibtisch und der Griptec Boden sorgt auf verschiedenen Flächen für einen sicheren Stand.
Der Preis liegt über vielen einfachen Thermobechern. Dafür wirkt das Modell hochwertig und durchdacht. Meine Menschen würden es nach dem bisherigen Test selbst kaufen.
Von mir gibt es deshalb vorläufig 9,5 von 10 Punkten. Der Becher darf bleiben. Vorerst. Für Katzenfutter ist die Öffnung ungeeignet, der Griptec Boden erschwert meine Schwerkraftforschung und offenbar wurde ich bei der Produktentwicklung erneut nicht gefragt. Der Langzeittest ist noch jung. Der Tisch hat eine Kante. Ich habe Geduld.
Meine Knauf-Kauf-Wertung: 9,5/10
Kurzcheck: hochwertig, dicht, angenehm zu bedienen, standsicher, alltagstaugliche 0,47 Liter und mit 39,95 Euro kein günstiger Becher.
Transparenzhinweis: Der THERMOS ICON MUG 0,47 l in Plum Mat wurde meinen Menschen von THERMOS kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Es handelt sich nicht um eine bezahlte Kooperation. Die kostenlose Bereitstellung hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung. Der Becher bleibt im Langzeittest.
